Schützenverein Sylda 1819 e.V.
Geschichte
        lautete damals der Leitspruch vieler Schützenvereine. Allerdings hat sich diese Einstellung längst überholt. Heutige Schützenvereine verbindet mehr der Sport und Wettkampfgedanke sowie das gemütliche Zusammensein.

1819-1994

Über die Gründungszeit der ersten Syldaer Schützengesellschaft gibt es heute leider keine genauen Angaben mehr. Im Laufe der Zeit sind einfach alle Dokumente verloren gegangen. Die letzten Zeitzeugen, die die Auflösung des ersten Vereins ab 1939 miterlebten, konnten leider nur noch wenige Informationen überliefern.
Fest stand nur, dass der alte Verein nach Ende des zweiten Weltkrieges von den Siegermächten aufgelöst und während der DDR-Zeit verboten blieb. Erst nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten wurden Schützenvereine wieder erlaubt.

So half uns der Zufall weiter, als im Jahr 1991 die historische Vereinsfahne von 1924 wieder auftauchte. Zur damaligen Fahnenweihe war es üblich, dass die befreundeten Nachbarvereine der neuen Fahne ein kleines Ehrenschild spendeten, welches auf den Fahnenstiel genagelt wurde. Und auf genau solch einem kleinen Messingschild wurde dem Schützenverein Sylda zur Fahnenweihe "im Jahre 105 nach Gründung" gratuliert. Somit rechneten unsere Chronisten ausgehend vom Jahr 1924 einfach 105 Jahre zurück und legten das Gründungsjahr für den ersten Syldaer Schützenverein auf "anno 1819" fest.

Woran sich aber alle Vereinsmitglieder noch sehr gut erinnern können ist die Aufbruchstimmung des Jahres 1989 und die damit verbundenen Möglichkeiten für einen Neuanfang im Schützenwesen. So mancher Stammtischbesuch ließ die Idee der Neugründung reifen und führte eine handvoll entschlossener Gründer dazu, für den neuen Verein in Sylda zu werben. Nach dem großes Interesse bestand und in kürzester Zeit die Mitglieder auf stolze 37 Personen angewachsen waren, erfolgte im Jahre 1991 die "ordentliche" Gründung des Schützenvereins Sylda.



Im Jahre 1992, pünktlich zur 1000 Jahr-Feier der Gemeinde Sylda, konnte unser Verein sich das erste Mal in der Öffentlichkeit präsentieren und bereicherte mit seinem Erscheinen den historischen Festumzug. Auch unsere Schützenbrüder und -Schwestern aus dem bayrischen Vagen besuchten das Gemeindefest und verbrachten mit uns einige schöne Festtage.

























175-jähriges Jubiläum

Auszug aus einem Zeitungsartikel vom 1.9.1994...

...Der Schützenverein 1819 e.V. Sylda feiert vom 2.9.-4.9.1994 sein 175-jähriges Bestehen.
Die Schützen des Vereins blicken an diesen Tagen auf eine bewegte Tradition zurück. Zwei Weltkriege und die unwirtliche Zeit des Sozialismus in der zusammengebrochenen DDR haben auch im Syldaer Verein ihre Spuren hinterlassen. Die Chronik ist verschwunden, die Schützenkette und die alte Fahne (von 1819-192
4) sind unauffindbar. Doch all dies konnte die Mitglieder des am 1.6.1991 wiedergegründeten Vereins in ihrem Willen nicht beeinträchtigen. Mit großer Begeisterung und Initiative errichteten sie einen neuen Schießstand. Unzählige Arbeitsstunden und enormer Fleiß der Schützen waren nötig, um optimale Bedingungen zu schaffen. Neben dem Schießstand existiert noch ein schönes Schützenhaus.
Eine besondere Aufwertung erfährt dieses Jubiläum durch die Schirmherrschaft unseres Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl. Seine Anerkennung macht uns zu recht stolz auf Geleistetes.
Wir als Schützen wollen mit unserem Engagement einen nicht unwesentlichen Beitrag zum kulturellen Leben in der Kommune leisten.

Mit befreundeten Schützenvereinen aus der Umgebung und über Landesgrenzen hinweg (Burgschützen aus Vagen/Oberbayern) wollen wir das diesjährige Jubiläumsfest gemeinsam begehen. Es sollen Tage der Freude und des geselligen Beisammenseins werden. -Dazu möchte ich Sie herzlich bei uns einladen!

Lutz Kunath
1.Vor. SV 1819 Sylda





Der Wildschütz Gangloff

Fest verbunden mit der Geschichte der Gemeinde Sylda ist der Mythos um den berühmten Wildschütz Gangloff. Seine Geschichte begann zur gleichen Zeit wie die unseres ersten Schützenvereins im Jahre 1819. Zu dieser Zeit machte der bettelarme Weber aus Sylda durch seine Taten auf sich aufmerksam. Obwohl er ein Wilderer war und gegen das Gesetz verstoßen hatte, bewunderten ihn die Leute für seine klugen Taten und den Mut mit dem Ergebnis, sich und seiner Familie das Leben auf Kosten der Obrigkeit zu erleichtern. Ein Robin Hood aus unserer Region, dem mit Sicherheit eine ganze Portion Sagenhaftes angedichtet wurde, fasziniert bis heute.
Ihm zum Gedenken wird von unserem Verein Jährlich der Gangloff-Pokal ausgeschossen. Dazu werden alle Schützenvereine der Umgebung eingeladen. Jedoch hat der Wanderpokal seit der Stiftung im Jahre 1992 unseren Verein nur selten verlassen müssen. Mit Sicherheit wäre Gangloff auf die Syldaer Schützenbrüder sehr stolz.
Keine Sage ist, dass dieser begnadete Schütze mehr durch sein Schießkönnen als durch seine Wilderei uns bis heute als Vorbild gilt.
umzug
Die Geschichte des Wilddiebes
Und wie es sich für einen altehrwürdigen Stammbaum gehört, gibt es einen Syldaer Schützenbruder in unseren Reihen, dessen Urgroßmutter ihm als Kind vom Harzer Wilddieb erzählen konnte, da ihr Vater als junger Mann mit Gangloff in Sylda gelebt hatte.
Um so weniger überrascht es dann, dass auf dem Foto von 1895 auch noch ein weiterer Vorfahre von diesem Schützenbruder zu sehen ist.
1895
Gedenksteinlegung zur Wiedervereinigung beider deutscher Staaten


Die meisten von uns können sich noch gut an die aufregenden Jahre der Wendezeit erinnern. Mit dem Zusammenschluss von Ost und West wurde der lang gepflegte Wunsch aller Deutschen im Jahre 1990 endlich erreicht. Nun durften sich auch in den neuen Bundesländern erstmals wieder Schützenvereine gründen und entwickeln.
Im Gedenken an dieses, für unseren Verein so wichtigen Ereignisses, fand daher zu Pfingsten 2013 am Rande des Schützenfestes die Gedenksteinlegung zur deutschen Einheit statt. Im Beisein aller Vereine der näheren Umgebung von Sylda wurde der Stein in der Dorfmitte feierlich zum Klang der deutschen Nationalhymne enthüllt. Er soll noch vielen Generationen nach uns ein Zeugnis sein, dass die jahrzentelange Teilung Deutschlands doch noch ein glückliches Ende gefunden hat. Wir Schützenbrüder und -schwestern erinnern uns dankbar an diese wichtigen Geschehnisse jener Tage zurück, welche unser aller Leben wohl für immer verändert haben.
Unser Schießstand ( Auszug aus der Chronik 1993-94)

"Viele Hände und eine gute Leistung schafften schnelle, sichtbare Erfolge"

Wenn man von unserem Vorstand ein Rezept erwartet, mit dem man sofort und umfassend alle Probleme lösen könnte, wären wir alle sehr glücklich. Aber so ein Rezept gibt es nicht.
Um aber unsere Träume und Pläne in die Praxis umsezten zu können, müssen wir mit großer Mühe, Ausdauer und einer gehörigen Portion selbstlosen persönlichen Arrangement kontinuierlich die Arbeiten anpacken.
Große Unterstützung wird uns durch die Fa. Horch zuteil. Allein diese Arbeitsleistungen, müßten wir sie bezahlen, würden unseren Schießstand nur Theorie bleiben lassen.
Dafür sind wir Herrn Horch sehr dankbar.
Damit die Nachwelt und vor allem unserer heranwachsenden Schützengeneration die großen Mühen und Taten der Gründermitglieder veranschaulicht werden und namentlich in Erinnerung bleiben, haben wir es aufgeschrieben und fotografiert.
Der Anfang

1. Erdarbeiten durch die Fa. Horch

2. Die Aktion "Träger" (8.11.1991)

Was man nicht bezahlen braucht, kostet auch kein Geld.-
Unter diesem Motto versuchen wir uns über Wasser zu halten, d.h. den Bau unserer Schießanlage so kostengünstig wie möglich voran zu treiben. Durch die berufliche Tätigkeit des 1.Schützenvoigt´s Lutz Kunath konnten wir Eisenträger für den Bau der Schießblenden vom SSZ Frischmarkt aus Staßfurt kostenlos abholen. Nun war guter Rat teuer, 10 Meter lange und sauschwere Eisenbahnschienen mußten geholt werden, aber wie?
Möglichst natürlich kein Geld ausgeben. Hier half uns die Landbau GmbH Quenstedt, Geschäftsführer Herr Lindner. Sie stellten uns ein Zugfahrzeug und den Fahrer für = 120,- DM, fast geschenkt.
Wie weiter, wie 10 Meter lange Träger transportieren?
In 10 Jahren wird der Leser darüber schmunzeln, uns jedenfalls war nicht zum Lachen.
Schützenbruder Roland Görsch"lief sich die Hacken ab" und siehe da, er borgte sich einen Tieflader für 20,- DM und eine Flasche Fusel bei der Mansfeld AG. Wie früher im Sozialismus.
Wie aber die Schienen aufladen, ca. 15 Tonnen = keine Frage, dazu waren mindestens 8 Männer notwendig. Auch das organisierte er.
Mit müden Knochen und einem furchtbar blauen Finger, dieser gehörte dem Schützenbruder Peter Hufenhäuser, haben wir alle notwendigen Träger."Ein schöner Erfolg."
An der Aktion"Träger" waren weiter beteiligt:

Lutz Kunath,
Peter Hufenhäuser,
Helmut Schmidt,
Hans Mohr,
Manfred Meseberg,
Otto Scheffler,
Andreas Geppert,
Maik Schubert.
Bau der Schießanlage 1991
3. Die Aktion "Grenzzaun" (9.11.1991)

Fast gleichzeitig, d.h. parallel zur Aktion "Träger" lief die Organisation der Aktion "Grenzzaun".
Zum besseren Verständniss für den Leser einige Vorinformationen:
Die Bauvorschriften für eine Schießanlage fordern eine vollständige Umzäunung,d.h. lieber Leser rund 130 Meter Zaun. Wer soll das bezahlen? Wir bestimmt nicht!
Über den Bundesgrenzschutz und kleine Tricks mit der Treuhandanstalt hatte unser Schützenbruder L. Kunath im warsten Sinne des Wortes die Lücke im Zaun entdeckt.
Wir durften uns von dem Metallgitterzaun der sinnlos gewordenen Zonengrenze Zaunfelder demontieren. Organisiert wurde diese Aktion durch Schützenbruder Gerd Kuberkiewicz und Roland Görsch.

"Die sauschweren Schienen schon an Ihrem Platz."
Mit dem LKW der Fa. Bruder, Inh. Schützenschwester Elke Kunath, ging es am historischen Tag der Grenzöffnung (9.11.1989)am 9.11.1991 bei strömenden Regen, Wind und knapp über Null °C los. Die Stimmung war trotzdem einfach toll.
Nach eineinhalbstündiger Fahrt standen wir vor dem übelsten Machwerk der roten Socken. Einfach kaum zu glauben, mit welcher Energie und welchem Kraftaufwand unsere Menschen vor der Freiheit mit diesem Zaun geschützt wurden. Mit gleicher Energie stürzten wir uns an dessen Beseitigung "zum Wohle des Volkes" wie es im Sozialismus immer so schön hieß und vorallem zum Wohle unseres Vereins.
Trotz Schneeregen und kaltem Wind demontierten wir verbissen Meter um Meter. Petrus belohnte diese Tat mit besserem Wetter. Zeitweilig schien sogar die Sonne.
An der Aktion waren beteiligt:

Gerd Kuberkiewicz
Roland Görsch
Lutz Kunath
Erhard Mettchen
Uwe Pfannschmidt
Peter Uhlig
Helmut Schmidt
Karl Anders
Manfred Meseberg
Jörg Spengler
Franz Bachmann
Einweihung des Schützenhauses

Der 12.05.1994 Christi Himmelfahrt und ...

Dieses Datum wird uns immer in Erinnerung bleiben, zum einen durch den gestifteten Pokal von B.Steding und zum anderen wurde unser Schützenhaus eingeweiht. 3 Faß Bier, gegrilltes von der Fam. Lenz und alles was dazu gehört.

Diesen würdigen Anlaß nutzte unser 1. Voigt L.Kunath, um in einem kurzen Rückblick für die geleisteten Stunden dank zu sagen...
... wenn man dieses herrliche Schützenhaus so sieht, kann man nur feststellen, die gemeinsame Arbeit hat sich gelohnt.

A.Gummert stiftete 50,- DM und meinte mit K.Anders hat er als 1.Pokalgewinner einen würdigen Nachfolger.

B.Steding dankte für die rege Teilnahme am Pokalschießen, Dank sagte er im Namen aller für die Arbeit des 1. Schützenvoigtes L.Kunath bei der Erstellung des Schützenhauses.

"Eine gute Organisation ist der halbe Bau!"





Es wird alles noch schöner...

Die Gemeinde mußte im Interesse der Allgemeinheit für den Anbau ans Dorfgemeinschaftshaus eine alte kranke Linde fällen. Mitglieder des Schützenvereins pflanzten 1994 eine junge kräftige Kastanie. Wir haben es im Bild festgehalten, weil der Kastanienbaum Generationen noch Freude und kühlen Schatten spenden wird.

16 Jahre später ist aus der kleinen Kastanie bereits ein stattlicher Baum gewachsen.

Wallpaper des Schützenverein Sylda
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200 Jahre Schützenverein Sylda 1819 e.V.

Wochenlange Vorbereitungen für unseren 200jährigen Jubiläumstag und wir können sagen, die Anstrengungen haben sich gelohnt. Schon am Freitag Abend konnten wir unsere langjährigen Freunde des Schützenvereins BiberachAsch e. V.  freudig begrüßen und Samstag auf eine abenteuerliche Jeepsafari in den Wildpark Nordmann in Stangerode schicken.

Ab 14.00 Uhr stimmten sich unsere Vereinsmitglieder mit ihren Familien und unsere Gäste aus Biberach bei Kaffee, Kuchen und einem Fotoshooting auf die bevorstehende Feier ein.

Mittlerweile trafen die Schützen und Bogensportler befreundeter Vereine, Mitglieder des Spielmannszuges Stangerode, des Gartenvereins Sylda, des Heimat- und Kulturvereins Sylda, die Kameraden der FFW Sylda, unser Stadtbürgermeister Herr Sehnert und unser Ortsbürgermeister Herr Lenz ein. Wir waren auch sehr über den Besuch und das Interesse von Herrn Korzenek vom Landesschützenverband Sachsen-Anhalt und Landtagsabgeordneten Herrn Gürth, Präsident des Kreissportbundes Salzland e.V., erfreut. Auch unsere Sponsoren, ohne die die Umsetzung vieler unserer Aufgaben und nötigen Anschaffungen nicht möglich wären, folgten unserer Einladung.

Beim Sektempfang genoss man die Musik eines Dudelsackspielers. Zur gleichen Zeit präsentierten unsere Bogensportler den Umgang mit Pfeil und Bogen und unsere Gäste hatten die Möglichkeit dies auszuprobieren.

Nach den Salutschüssen nahmen unsere Gäste im liebevoll dekoriertem Saal Platz. Der gemeinsame Einzug der Fahnenträger der anwesenden Schützenvereine eröffnete den offiziellen Teil unserer Feier.

Nach der Ansprache unseres Vereinsvorsitzenden Mario Schmidt gab unser Schützenbruder Bodo Gutenmorgen einen interessanten geschichtlichen Rückblick. Viele unserer Gäste sprachen ihre Glückwünsche aus, wofür wir uns noch einmal herzlich bedanken möchten. Nach dem offiziellen Teil, welcher auch verschiedene Ehrungen beinhaltete eröffneten Kanonenschüsse das Buffet.

Eine Bildpräsentation zeigte Schnappschüsse von der Zeit der Wiedergründung unseres Schützenvereins, dem aufwendigen Bau des Schützenhauses und des Schießstandes sowie des Vereinslebens bis zum heutigen Tag.

Zur Unterhaltung trugen auch die Hettstedter Jagdhornbläser mit ihrem kurzweiligen und interessantem Programm bei.

Ein großes Dankeschön an alle fleißigen Helfer, die zum Gelingen unseres Jubiläumsfestes beigetragen haben. Ein besonderer Dank geht an das „Küchenteam“ vom Heimat- und Kulturverein Sylda und der „Zeltcrew“ der FFW Sylda

Mit Musik, Tanz und netten Gesprächen klang unser gelungenes Fest aus.
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